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Christian Schmidt im Interview mit dem People-Magazin CLAP

Lesezeit 4 min.

Seit Einführung der DSGVO ist nun beinahe ein Jahr vergangen. Was hat sich seitdem für das E-Mail Marketing verändert und vor allem, wie steht es um das wichtige Thema der Adressgewinnung? Das People Magazin Clap hat Christian Schmidt (Geschäftsführer von CleverReach®) zum spannenden Thema der Adressgewinnung befragt.


Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und weiterhin viel Erfolg!


CLAP:
Die DSGVO-Richtlinien sind nun schon seit etlichen Monaten in Kraft. Was hat sich bei Ihnen in der Praxis seitdem alles verändert? Ist Ihr Alltag eigentlich komplizierter geworden, seit es die DSGVO-Regeln gibt?

Christian Schmidt:

Ganz ehrlich, DSGVO ist einfach geil. Warum? E-Mail Marketing ist einfacher denn je, weil wir alle Prozesse anbieten, um DSGVO-konform E-Mail Marketing rechtssicher zu betreiben. Die Kunden nehmen das Thema Datenschutz heute ernster. Kunden fühlen sich bei uns sicher. Wir sind Spezialisten und es war immer unser Thema, unsere Kunden darauf hinzuweisen, ihre Daten rechtssicher zu erheben und zu speichern. Wir hatten so viel Umsatz wie noch nie im Mai. So viele Hilfeanfragen, wie noch nie. 10 Mal mehr als in der Weihnachtszeit. Das ist die DNA unseres Business-Modells. Spammer wurden schon immer ausgeschlossen. DSGVO war zwei Monate das Gesprächsthema. Heute hört man kaum noch etwas davon. Jetzt ist die E-Privacy das neue heiße Thema. Wir werden auch auf die nächste Panikwelle vorbereitet sein.

CLAP:
Ohne die E-Mail-Adressen läuft es nicht. Nach wie vor ist der Newsletter ein nicht zu unterschätzendes Thema und das wird auch in den nächsten Jahren so bleiben. Es gibt keine Alternativen. E-Mails werden immer gelesen. Gerade jetzt erlebt das Thema Newsletter ein Revival. Nehmen Sie das auch so wahr?

Christian Schmidt:

Richtig. Nach wie vor ist der Newsletter per E-Mail einer der relevantesten Direktkommunikationskanäle. Die Zukunft wird zeigen, ob die E-Mail Adresse, die Mobil-Nummer, der Social-Login oder Messenger-ID oder, oder, oder …… das Rennen macht. Das Gute ist, CleverReach® wird die relevanten Lösungen für die Direktkommunikation im Portfolio haben. Nämlich immer die, über die der Empfänger erreicht werden möchte. Egal, ob es nachher E-Mail, WhatsApp, der Facebook Messenger, Alexa & Co. sein wird. Dann wird deine Nachricht auch immer gelesen. Gerade jetzt erlebt das Thema Direct Message einen starken Aufwind. Die KMUs haben im Rahmen der Digitalisierung erkannt, welche neuen Erfolgsmöglichkeiten sie mit CleverReach® in der Direktkommunikation haben. Mit den neuen Möglichkeiten der Direktkommunikation können auch die KMUs auf professionelle E-Mail Marketing Services zurückgreifen. Bezahlbar, so wie bei den Zalandos, Adidas und Ottos …

CLAP:

Auf Messen und Kongressen fragt man sich häufig, ob sich Geschäftspartner beim Tausch der Visitenkarten eigentlich nun tief in die Augen blicken und „Opt-In“ sagen müssten, damit diese sich gegenseitig ihre Newsletter zuschicken können.

Christian Schmidt:

(lacht) Ein tiefer Blick beim Überreichen einer Visitenkarte kann schon ausreichen. Die Form wie das „Opt-In“ bestätigt wird ist nicht festgelegt. Wer personenbezogene Daten erhebt, hat ja die Pflicht der Nachweisbarkeit. Das ist DSGVO-konform. Bleiben wir mal beim Beispiel Visitenkarte: Ich überreiche Ihnen jetzt meine Visitenkarte, schaue Ihnen tief in die Augen und sage laut und deutlich: „Opt-In.“ Wie wollen Sie später nachweisen, dass ich Ihnen die Einwilligung gegeben habe, meine Daten zu speichern und diese zu verwenden? Ich kann meine Visitenkarte auch irgendwo verlieren und eine dritte Person kann Ihnen diese, ohne meine Zustimmung, überreichen.


CLAP:

Gibt es eigentlich einen Unterschied für Medienunternehmen zwischen einem Verteiler der Print-Produkte betrifft oder einem Online-Verteiler?

Christian Schmidt:

Ja, den gibt es. Zum Beispiel im Printbereich. Viele von uns haben sicherlich schon mal einen Briefumschlag mit der Aufschrift: „An die Bewohner des Hauses“ im Postkasten vorgefunden. Da es sich hier nicht um personenbezogene Daten handelt, können solche Postwurfsendungen ohne Einwilligung der Empfänger an die Postanschrift verschickt werden. Der Nachteil ist ein riesiger Streuverlust, es ist unpersönlich und mehr als 80% der Postwurfsendungen wandern direkt in die Tonne. Ich bekomme z.B. regelmäßig von Audi hochwertige, teure Postwurfsendungen, obwohl ich schon lange auf eine andere Marke umgestiegen bin.

Wenn ich als Unternehmen persönliche Daten erheben möchte gelten online wie offline die gleichen Regeln. Es muss immer eine Einwilligung erfolgen. Bei jeder Datenverarbeitung ist eine explizite und freiwillige Erlaubnis des Betroffenen erforderlich. Das hat den Vorteil, dass ich relevante Informationen, für die ich mich interessiere, direkt in meinem digitalen Postfach bekomme. Und schon ist die Öffnung gesichert. Wenn Unternehmen personenbezogene Daten erheben möchten, ist es immer wichtig, deutlich zu machen, zu welchem Zwecke die Daten verwendet werden, und dass sie nicht an Dritte weitergegeben werden und welchen Nutzen bzw. Mehrwert derjenige davon hat. Sprich: Was kann der Nutzer von Ihrem Newsletter erwarten? Weiterhin wird darüber informiert, in welcher Regelmäßigkeit er kontaktiert wird und wie er seine Einwilligung wieder zurückziehen kann.

CLAP:
Welche Methode zur Adress-Gewinnung finden Sie denn sympathisch? Toll gestaltete Unternehmensblogs? Nett formulierte Anmeldeformulare? Oder einfach nüchterne Sachlichkeit mit einer unkomplizierten Anmeldung?

Christian Schmidt:
Schnelle, einfache und übersichtliche Anmeldeformulare, die mir Vorteil und Nutzen kurz und knackig verständlich machen. Für Themen, die mein Interesse wecken. Im passenden Moment.

CLAP:
Welche Methode funktioniert eigentlich am besten? Sind es eher Gewinnspiele oder Overlays?

Christian Schmidt:
Das hängt vom Sachverhalt und vom Moment ab. Grundsätzlich sind Gewinnspielkopplungen verboten. Mache stattdessen aus einer Gewinnspielkarte eine Newsletter-Anmelde-Karte oder eine VIP-Anmeldung und verlose unter allen Newsletter Empfängern oder VIP-Mitgliedern einen wirklich attraktiven Gewinn. Oder im Internet kann der viel gesehene Vorteilsrabatt als Overlay, genau in dem Moment in dem du am Stöbern bist, eine sehr effektive Methode zum Generieren von Newsletter-Anmeldungen sein; beispielsweise mit Hilfe eines 10,00 Euro Gutscheins für den nächsten Kauf, wenn du dich jetzt zum Newsletter anmeldest. Das funktioniert online wie offline. Ich persönlich habe bei Galeria Kaufhof direkt an der Kasse schon mal einen Vorteilsrabatt erlebt. Ich habe gehört, dass die Erfolgsquote am POS an der Kasse 45% beträgt.


Seit Einführung der DSGVO haben sich die meisten von uns vom Schrecken erholt. Dennoch kursieren Mythen und Märchen rund um die DSGVO, Opt-ins & Co, die für Verunsicherung sorgen. Lesen Sie hier die „7 Opt-in Märchen, denen Sie besser nicht glauben sollten.“


Morny Russell

Textjongleurin bei CleverReach® , bekennender Foodie, leidenschaftliche Foodfoto-Knipserin und Instagrammerin.